Flachkollektor (Quelle: Florian Schützenberger/Wikipedia)
Vakuumröhrenkollektor (Quelle: RaBoe/Wikipedia)

Solarthermie

Bei der Solarthermie wird die Sonnenstrahlung zur Wärmeerzeugung genutzt. Möglich ist dabei die ausschließliche Warmwasserbereitung oder die zusätzliche Heizungsunterstützung. Auch das Wasser für ein Schwimmbecken kann mit Solarthermie erwärmt werden. Solarthermie ist technisch hoch entwickelt und nutzt die Sonneneinstrahlung selbst an Tagen mit Bewölkung hervorragend aus.

Eine Solaranlage besteht im Wesentlichen aus den Kollektoren, einer Umwälzpumpe, einem Solarspeicher und dem Solarregler. In diesem System zirkuliert mit Hilfe der Umwälzpumpe eine Wärmeträgerflüssigkeit. Sie wird in den Kollektoren erwärmt und gibt anschließend über einen Wärmetauscher ihre Wärme an das Wasser im Solarspeicher ab. Die abgekühlte Flüssigkeit wird nun zum Kollektor zurückgeführt und erneut erwärmt. Der Solarregler ist dafür zuständig, dass die Umwälzpumpe nur dann läuft, wenn die Temperatur der Trägerflüssigkeit im Kollektor höher als im Solarspeicher ist.

Es gibt bei Sonnenkollektoren zwei Bauprinzipien: Flachkollektoren und   Vakuumröhrenkollektoren. Flachkollektoren haben ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie benötigen im Vergleich zu Vakuumröhrenkollektoren
für dieselbe Leistung eine größere Fläche und liefern geringere Erträge im Winter. Vakuumröhrenkollektoren sind in der Regel effizienter, aber auch teurer. Sie liefern auch im Winter sehr gute Erträge. Bei der Wahl des Kollektortyps ist daher die Größe der verfügbaren Installationsfläche ausschlaggebend.

Neben der Effizienz eines Sonnenkollektors hat vor allem die Art der Nutzung einen wesentlichen Einfluss auf die erforderliche Kollektorfläche. Solarwärmeanlagen zur Warmwasserbereitung benötigen eine geringere Kollektorfläche als Anlagen, die auch zur Heizungsunterstützung dienen. Auch das erforderliche Speichervolumen ist für die ausschließliche Warmwasserbereitung geringer.

Eine Solarthermieanlage ist sowohl bei einem Neubau als auch zum nachträglichen Einbau geeignet. Die Montagemöglichkeiten reichen von der Aufdach- oder Indachmontage bei Steildächern über die Installation auf Flachdächern bis hin zur Fassadenanbringung in Form eines Vordachs. Zu beachten ist vor allem die Statik der Gebäudeteile hinsichtlich des Gewichts der Kollektoren und der Windlast. Selbst die Aufstellung auf dem ebenen Boden oder an einer Böschung ist machbar. In jedem Fall sollte die Ausrichtung so weit wie möglich nach Süden vorgenommen werden. Und die Kollektoren sollten beschattungsfrei sein.

Für die Warmwasserbereitung sind pro Person rund 1,5 qm Flachkollektor oder 1 qm Vakuumröhrenkollektor und ein Speicher von 80 Litern sinnvoll. Für die Heizungsunterstützung werden zusätzlich etwa 4 qm Flachkollektor oder 3 qm Vakuumröhrenkollektor und eine Speicherkapazität von rund 60 Litern pro qm installierter Kollektorfläche benötigt.


Sie wünschen aktuelle News und die neuesten Bad-Trends per Email? Abonnieren Sie unseren Newsletter